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Unerfüllter Kinderwunsch – “Wenn der Storch nicht von alleine kommt” | Buchrezension

Unerfüllter Kinderwunsch – “Wenn der Storch nicht von alleine kommt” | Buchrezension

Werbung* | Hinter den drei Worten “Wir sind schwanger” steckt nicht immer eine schöne Nacht mit dem Partner. “Bei der Zeugung meiner Tochter waren fünf Menschen anwesend”, beginnt Melanie Croyé ihr Buch “Wenn der Storch nicht von alleine kommt”.  Und so beschreibt sie auf den folgenden 226 Seiten ihren Weg vom Frauenarzt, in die Kinderwunschklinik, in den Kreissaal. Sie hat ihre Geschichte aufgeschrieben – persönlich, fachlich, leicht. Obwohl die Zahl der betroffenen Paare zunimmt, wird das Thema gerne noch tabuisiert. Croyé schreibt dazu:

“Über 100000-mal wurde allein im Jahr 2016 eine Frau auf die künstliche Befruchtung vorbereitet – und dabei sind diejenigen, die eine Insemination oder Hormontherapie gemacht haben, gar nicht mitgerechnet.”

Der Weg zur Schwangerschaft ist oft lang und von Rückschlägen gezeichnet. Mein Weg war im Vergleich einfach – es klappte, drei Mal sogar. Und trotzdem habe ich das Buch fast in einem Zug gelesen. Der Mix aus persönlichen Erfahrungen, fachlichen Tipps und Experteninterviews hebt es von anderer Literatur ab.

“Ich bin verhältnismäßig gelassen geblieben und tatsächlich mit einem eigenen Kind aus der Kinderwunschbehandlung gegangen. Aber sie hat auch Narben hinterlassen – und den Wunsch, anderen Betroffenen etwas Orientierung zu geben und vielleicht ein paar Tipps, ebenfalls gelassen zu bleiben in dieser anstrengenden Zeit.”

Neben ihrer eigenen Geschichte, lässt Croyé aber auch die Wege anderer Frauen mit in das Buch einfließen. Es ist wie folgt unterteilt: Einleitung, Anamnese oder: Was man über die Unfruchtbarkeit wissen sollte, Untersuchungsmarathon, Alternativmedizin: Wenn es erst mal sanfter zugehen soll, Künstliche Befruchtung, Tipps und Tricks für eine gelassene Kinderwunschbehandlung.

“Meine ersten drei Monate Wartezeit waren die zwischen dem Absetzen der Pille und der offiziellen Anerkennung, dass ich ein Problem hatte. Denn erst wenn 90 Tage lang die Periode ausbleibt, liegt ein echter medizinischer Befund vor.”

Neben dem medizinischen Wissen geht es auch um Hoffnung und Durchhaltevermögen. Es geht um Alternativen und Möglichkeiten. Daher würde ich das Buch Paaren empfehlen, die nicht ohne Hilfe schwanger werden können. Unfruchtbarkeit bei Mann und/oder Frau kann viele Gründe haben. Das Buch verschafft Betroffenen einen guten Überblick über Therapieansätze und Behandlungsmöglichkeiten.

“Die Suche nach der Ursache des Problems ist einer der wichtigsten und langwierigsten Bausteine der Kinderwunschbehandlung.”

Croyé verschafft den Lesern einen Überblick über die gängigsten Tests. Allerdings werden nicht alle von den Krankenkassen bezahlt. Auch zum Thema Kosten ist im Buch etwas zu finden. Und da lohnt es sich zu informieren. Es gibt nicht nur Unterschiede bei den einzelnen Krankenkassen, sondern auch in den jeweiligen Bundesländern.

Was mir beim Lesen auffiel: Das Buch hilft Ängste abzubauen. So beschreibt Croyé, wie ihre künstliche Befruchtung ablief, was sie fühlte und was sie aufgrund ihrer Erfahrung empfehlen würde. Zur Eizellenentnahme schreibt sie:

“Nervös war ich nicht. Ich erinnere mich nicht mehr genau an den Ablauf – die Drogen -, aber ich hatte eine Chipkarte bekommen, auf die meine Patientennummer gedruckt war. Mein Mann hatte auch so eine Karte, die er dann gemeinsam mit seiner Samenprobe abgeben musste.”

Der Weg der Autorin endet zwei Mal mit Babygeschrei – ein Happy End nach einer “schweren Zeit”. Und so möchte ich diese Rezension mit den letzten Worten der Autorin aus dem Buch beenden: “Viel Erfolg. Und bleiben Sie gelassen!”

*Das Buch wurde mir für die Rezension zur Verfügung gestellt. “Wenn der Storch nicht von alleine kommt: Gelassen durch die Kinderwunschbehandlung” von Melanie Croyé ist im September 2018 im BELTZ Verlag erschienen. Der Beitrag spiegelt meine Meinung wieder.



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