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Manchmal hilft keine Schokolade, sondern Selbstreflektion

Manchmal hilft keine Schokolade, sondern Selbstreflektion

Irgendwie war heute ein Meckertag. Gefühlt habe ich mehr geschimpft als was anderes gemacht. Worüber? Darüber, dass die Hände meiner Kinder nach dem Essen des Ü-Eis von Schokolade überzogen waren.  Ich habe mich darüber geärgert. dass sie an der Treppe nicht ungefährlichen Quatsch gemacht haben. Ich habe mit ihnen geschimpft, weil sie mit ihren Rollern einfach drauf los fahren, ohne zu gucken, wer oder was von vorne auf sie zu kommt.

Was war da los? Was war mit ihnen los? Kaputt?

Nein, natürlich nicht. Der Zeitabschnitt zwischen den einzelnen Situationen war gering. Ich dementsprechend genervt. Meine Gedanken drehten sich. Ich empfand ihr Verhalten als ungerecht. Was hatte ich falsch gemacht? Hatte ich ihnen doch wie gewünscht ein Ü-Ei gekauft. Und da dämmerte mir es.

Ich war es. Ich ganz alleine habe mir das Zuzuschreiben. Wer hat ihnen denn das Ü-Ei gelauft? Genau ich! Wenn ich keine Lust auf Sauerei habe, sollte ich halt eine Brezel anbieten.

Die Situation an der Treppe sah im Nachhinein auch etwas anders aus. Ein Vater sprach mich an wegen der Roller, die meine Kinder fahren. Er suche auch welche für seine Jungs. Naja und dann erzählte ich. Und was machen Kinder wenn sie überraschend warten müssen? In der Regel Quatsch. Meistens klappt Warten gut, aber halt nicht immer. Heute war nicht immer.

Wie viel kann ein Kind kooperieren?

Die Raserei auf dem Bürgersteig war ähnlich ungeschickt von mir. Ich wollte den kürzesten Weg nach hause nehmen. War ja genervt. Der kürzeste Weg hieß aber auch, einen sehr engen Bürgersteig zu nehmen. Im Nachhinein betrachtet habe ich von den Kindern da wohl etwas zu viel erwartet. Erst 10 Minuten warten, dann im Schneckentempo vorsichtig fahren.

Aber mir kam dann die Erleuchtung. Kinder kooperieren in unserem Alltag so viel und oft schon so selbstverständlich, dass irgendwann Schluss ist. Also wechselten wir auf einen sehr sehr breiten Gehweg, die Kinder fuhren ihr Rennen, die Stimmung lockerte sich bei uns allen.

Was ich damit sagen will. Oft rettet mich ja Schokolade durch den Alltag, heute aber Selbstreflektion und entschuldigende Worte zu meinen Kindern.

Wie geht es euch im Alltag? Macht ihr euch manchmal auch eure eigenen Probleme?

Eure Jette



2 thoughts on “Manchmal hilft keine Schokolade, sondern Selbstreflektion”

  • Danke für diesen Blogbeitrag – mein Tag gestern sah quasi genau so aus – und das mit nur einem Kind. Mit ein wenig Abstand dachte ich später nur „warum machst du es eigentlich so stressig kompliziert?“. Heut lief es zum Glück besser und ruhiger.

    Liebe Grüße und starke Nerven und Geduld;-)
    Anne

    • Ja, oder? Genauso wie das Antreiben mit “Beeil dich!”. Warum? Im Endeffekt sparen wir 2 Minuten. Unnötiger Stress denke ich. Aber Selbsterkenntnis ist ja auch schon mal viel wert 🙂

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