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Motzmittwoch: Respekt für die Mütter

Motzmittwoch: Respekt für die Mütter

Ich bin die Mutter meiner zwei Kinder. Erziehungsberechtigt fühlen sich jedoch viele Menschen: Junge, Alte, Frauen, Männer, Kinderlose – eines haben sie gemeinsam: Sie mischen sich ungefragt ein.

Szene 1

Ich stehe mit Freddie, knapp ein Jahr alt, in der Warteschlange in der Apotheke. Er weint, ich bin nervös. Die Schlange scheint endlich. Also nehme ich ihn aus dem Kinderwagen. Wippe mit ihm auf den Arm hin und her, säusel beruhigende Worte in sein Ohr. Ein älterer Herr, vor mir stehend, dreht sich darauf hin um. Schaut mich an, dann Freddie. „Na, siehst du. Nun hast du doch endlich deinen Willen bekommen.“

Szene 2

Melina ist müde. Zu müde. Grund genug zu weinen. Nicht hysterisch aber meckernd und das ausdauernd. Ich setze sie in den Kinderwagen, will nur schnell zur S-Bahn und somit noch schneller nach hause. Während wir auf die Bahn warten, kommt eine ältere Dame zu mir.

„Nun trösten sie doch mal ihr Kind. Sie müssen sie doch wenigstens auf den Arm nehmen.“

Weder der Herr noch die Dame kennen mich oder meine Kinder. Doch beide halten sich für fähiger zu erziehen und zu urteilen. Ich würde mir nie anmaßen, mich so einzumischen. Diesen Respekt haben diese beiden Menschen aber nicht. Keines meiner Kinder war in Gefahr. Ich habe sie nicht angeschrien oder geschlagen.

Natürlich habe ich versucht mit Melina zu reden und sie zu beruhigen. Aber (m)ein übermüdetes Kind ist leider nicht mehr wirklich zugänglich für Argumente. Also ist ein schneller Heimweg und das nahende Bett in dem Fall das Beste für sie. Sie mit 3 1/2 Jahren zu tragen und den Kinderwagen mit Freddie auf dem Buggy Board zu schieben, war für mich keine Option.

Freddie beruhigte ich während des Wartens in Apotheke intuitiv. Ich habe dabei nicht im entferntesten an Verwöhnen oder ähnliches gedacht.

In beiden Fällen habe ich unterschiedlich gehandelt, in beiden Fällen aber wollte ich das Beste für sie.

Jeder macht es anders, aber ich finde, dass das auch jedem gestattet sein sollte. Denn alle haben eins gemeinsam: Sie handeln aus Liebe. Und das sollte man nicht nur akzeptieren sondern auch respektieren.

Eure Jette



1 thought on “Motzmittwoch: Respekt für die Mütter”

  • „Na, siehst du. Nun hast du doch endlich deinen Willen bekommen.“ musste ich mir auch immer anhören als Naoki noch ein Baby/ Kleinkind war! Das scheint son typisches Alte Herren Ding zu sein ^^;

    LG

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