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Mein Kommentar zum Kommentar

Ich arbeite Vollzeit und werde die Karriereleiter in den nächsten Jahren trotzdem nur von unten sehen. Das wollte ich gleich zu Beginn einmal klarstellen. Die anhaltende Debatte über Teilzeitmütter, Jammerfrauen und Männer, die Väter und Ernährer zugleich sein müssen, geht mir nämlich am eigentlichen Problem vorbei.

Wieviele Frauen arbeiten denn eigentlich ungewollt in Teilzeit? Ist es nicht eher so, dass die meisten Frauen, wenn die Mutterrolle hinzukommt, sich freiwillig und gerne für das Kürzertreten im Beruf entscheiden, auch um mehr Zeit für die Kinder zu haben? Ich denke, dass die Zahl der verzweifelten Teilzeit-Mütter, die beruflich nach oben wollen, überschaubar ist.

Zudem liest es sich oft so, als wenn der Aufstieg in jedem Job jederzeit möglich ist. Die Zahl der Managerposten ist genauso begrenzt, wie die der Abteilungsleiter. Doch nun zu dem Punkt, den ich als eigentliches Problem sehe: die Flexibilität. Die ist nämlich eingeschränkt oder fehlt gar komplett. Ich arbeite täglich von 7 bis 15 Uhr. Bis 16 Uhr muss ich meine Tochter abgeholen – Spielraum für Überstunden ist somit nicht wirklich vorhanden.

Ist ein Kollege krank, kann ich ihn nie vertreten. Denn andere Dienste sind mit Kind für mich nicht machbar, da der Papa auch nicht flexibler ist und er sie mal abholen könnte. Zu wenig kann ich dem Chef entgegen kommen, weniger kann ich daher von ihm erwarten. Aber, und das möchte ich betonen, das ist okay für mich. Ich freue mich, dass ich überhaupt Vollzeit arbeiten und trotzdem Zeit mit meinem Kind verbringen kann. Die Karriere ist ja nicht vorbei, sie pausiert nur für eine überschaubare Zeit. Und es spricht nichs gegen Weiterbildungen, Sprachkurse oder kleine Extraprojekte, die vielleicht nicht so zeitnah fertig sein müssen.

Wichtiger jedoch, dass sich jeder wohlfühlt. Sowohl als Mutter, als auch als Arbeitnehmer und natürlich Partner und Frau. Ich habe das Glück, dies zu tun. Was nicht heißt, dass es nicht anstrengend ist. Aber das ist ein anderes Thema.



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  • Ich habe mich bewusst für Teilzeit – 6 Stunden am Tag- entschieden und finde es perfekt: Man hat Zeit zum Arbeiten und für das Kind. Und für mich selbst: Die letzte Viertelstunde Arbeiten nehme ich mir Zeit für meinen Kaffee bevor es losgeht mit dem Spielplatztrubel. Ich bin Freiberuflerin und kann es mir selbst einteilen, ein Glück. Ich habe festgestellt, dass ich in 6 Stunden so viel schaffe wie früher in acht – da ich viel effektiver arbeite.
    Das mit der Karriereleiter ist leider wirklich so – für junge Mütter ist sie viel zu steil. Deshalb arbeite ich freiberuflich, als Festangestellte wäre meine Arbeit gar nicht mehr möglich! Aber als Freiberuflerin habe ich auch nie Feierabend, leider klingelt auch mal auf dem Spielplatz das Telefon. Darüber habe ich auch in meinem http://www.ganznormalemama.wordpress.com -Blog schon geschrieben… es ist ein Dilemma…

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