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Mein Leben als Helikopter-Mama

IMG_5086„Sie dürfen nicht immer reagieren, wenn ihre Tochter weint.“ Mit diesem Satz wurde ich heute, am Tag drei der Kita-Eingewöhnung, nach einer Stunde entlassen. Für mich als bekennende Helikopter-Mama, die (auch noch) bedürfnisorientiert erzieht, ein schwer nachvollziehbarer Satz. Püppi war schon immer recht anhänglich. Sie hat erst mit 12 Monaten Krabbeln gelernt, lief vorher allerdings bereits viele Wochen an der Hand – ich denke, dass sie es dadurch gewöhnt ist, dass sie nicht alleine irgendwohin gehen muss. Jetzt, wo sie laufen kann, bevorzugt sie oft noch immer das Zusammengehen, statt das Erkunden auf eigene Gefahr. Eine Eigenschaft, die es abzugewöhnen gilt?
Auch wenn ich es ihr gönnen würde, scheinbar fühlt sie sich noch nicht sicher genug, alleine ihre Umgebung zu erkunden. Soll ich sie nun dazu zwingen? Wir versuchen sie zu ermutigen. Gehen einen Schritt zurück, loben sie, wenn sie es geschafft hat. Aber ist sie dadurch nun schwerer einzugewöhnen? Weil sie weiß, dass ich da bin, ihr helfe und mit ihr zusammen durch die Wohnung und über die Spielplätze laufe?
Ich behaupte nein. Und auch wenn sie noch nicht den Mut, die nötige Neugier zum von uns Weglaufen hat – sie wird ihren Weg gehen, sich trauen und uns überraschen.
Ich möchte mein Kind nicht trainieren, mit 15 Monaten nicht schon auf den Ernst des Lebens vorbereiten. Denn ich bin überzeugt davon, dass Püppi glücklich, selbstständig und ein Erkunder wird und zwar wenn sie soweit ist. So lange sehe ich es als meine Aufgabe an, sie zu begleiten, gerne auch an der Hand. Ich zwinge ihr die nicht auf, aber wenn sie ihre Hand ausstreckt, ist meine da. Jetzt, morgen und auch in vielen Jahren noch. Wahrscheinlich immer.



0 thoughts on “Mein Leben als Helikopter-Mama”

  • Hallo,
    super Artikel. Meine Tochter – bald 3 Jahre – war auch sehr anhänglich (manchmal immer noch) und ich konnte sie in deiner Erzählung wiederfinden. Wir haben ihr auch Zeit gelassen, die Hand ausgestreckt, waren da für sie und haben sie in neue Situationen hinein begleitet. Und sie hat uns überrascht. Die Spielgruppeneingewöhnung ging so viel schneller als gedacht. Ein halbes Jahr vorher konnte ich es mir noch nicht vorstellen, dass sie jemals alleine wo bleiben würde. Plötzlich hat sie einen „Sprung“ gemacht und war selbstbewusster und auch selbständiger. Also ich sage nur: „Strecke weiter deine Hand aus und du wirst sehen, sie wird dich überraschen!“

    • Danke, das hast du schön geschrieben! Ja, ich denke auch, dass man mit Geduld und Liebe viel erreichen kann. Wir nehmen uns für die Eingewöhnung auch so viel Zeit, wie sie braucht!

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