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Vier Wochen Working Mom

Vier Wochen Working Mom

Als ich bei Instagram das Fragetool aktivierte, ging es meist um das Gleiche: mein beruflicher Wiedereinstieg. Deshalb nun hier ein kleines Fazit nach vier Wochen als working mom mit drei Kindern.

Was hat sich verändert? Die Aufstehzeit. Mit 5.30 Uhr ist die recht sportlich. Aber ich habe gemerkt, dass es mir gut tut, ohne Kinder vor der Wanne stehend zu duschen. Manchmal schaffe ich es danach sogar noch den ersten Kaffee in Ruhe zu trinken. Manchmal trinke ich den aber auch beim Vorlesen. Leben mit Kindern eben.

Der Beste bereitet abends schon einen Teil des Frühstücks vor – stellt zum Beispiel Geschirr raus.  Je nach dem wie viele übermüdete Kinder bereits durch die Wohnung tapsen, macht der Beste oder ich das Frühstück zu Ende.

Meistens frühstücken der Beste, ich und Bosse um 6.15 Uhr. Melina kommt so 6.30 Uhr dazu – bevor der Beste dann mit unserem Hund eine Runde dreht. Ich räume das Geschirr und teilweise auch Essen ab, lasse für Freddie aber noch etwas stehen. Er geht momentan recht spät ins Bett und wird vom Besten geweckt, wenn ich das Haus verlasse.

Vorher wasche ich Bosse und ziehe ihn an, mache mich selbst fertig und packe die nötigen Sachen zusammen. Ich ziehe meine Kleidung in letzter Minute an – das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit sauberen Sachen die Wohnung verlasse.1000 Fragen an mich, motzmama

Melina macht sich morgens alleine fertig. Ich muss sie höchstens mal an das Haarekämmen erinnern. Sollte Freddie doch noch aufstehen bevor ich ins Büro radele, frühstückt er mit uns oder mir und er macht sich parallel zu Bosse alleine fertig.

Um 7.30 Uhr verlasse ich das Haus und der Beste kümmert sich um das morgendliche Chaos und bringt die Kinder in die Kita.

Wir machen es jetzt oft so, dass er morgens schon einen Beutel mit Spielzeug für den Spielplatz im Kinderwagen mitnimmt – so habe ich am Nachmittag weniger zu schleppen.

Ich arbeite von 8 bis 14.30 Uhr. Das Fahrradfahren hin und zurück tut mir gut.working mom, mit Fahrrad zur Arbeit

Ich muss die Kinder bis 16 Uhr aus der Kita abholen. Da ich meist kurz nach 15 Uhr zu hause bin, ist das machbar. Meist wechsele ich nur die Schuhe, packe noch Essen und Trinken für die Kinder ein, schnappe mir Hund Herrmann und gehe direkt los. Früher musste ich genau darauf achten, dass ich auf die Minute pünktlich das Büro verlasse, ansonsten hätte ich es nicht rechtzeitig in die Kita geschafft.

Diesen zeitlichen Druck habe nicht mehr – und ich merke, wie gut das tut. Generell habe ich, weil das ständige Schauen auf die Uhr weg fällt, das Gefühl Kindern und Job gegenüber gerecht werden zu können. Dieses Gefühl löst eine unglaubliche Zufriedenheit aus.

Ich weiß, dass nicht jeder die Wahl hat und Vollzeit arbeiten gehen muss. Momentan bin ich noch in Elternzeit und arbeite die erlaubten 30 Stunden die Woche. Nach vier Wochen kann ich jedoch sagen, dass ich es sehr genieße, die Nachmittage zur freien Verfügung zu haben. Früher war nach dem Abholen zeitlich nicht mehr viel möglich – außer vielleicht Einkaufen auf dem Rückweg. Jetzt können die Kinder zwischen Eis essen, Spielplatz oder Bibliothek entscheiden. Gestern waren wir im See baden – ein gutes Gefühl.

Dieses gute Gefühl habe ich auch auf Arbeit. Ich fange nicht nur etwas an, sondern bringe Aufgaben auch zu Ende. Das stimmt mich sehr zufrieden und zeigt mir trotz Teilzeitarbeit, zum Team dazu zugehören. Ich weiß aus Erzählungen, dass das nicht selbstverständlich ist.

Rede ich von meinem Alltag als arbeitende Mutter will ich auch meinen Freund erwähnen. Es sind nicht die sechs Stunden, die mir die Vereinbarkeit vereinfachen. Er ist es, der morgens den Geschirrspüler voll- und anmacht, die Kinder final für die Kita fertig macht und sie auch hin bringt, morgens schon mal die Wohnung saugt oder auf dem Rückweg der Kita den Rossmann-Einkauf erledigt. Er macht Arzttermine für unsere drei aus und blockiert sich Termine im Kalender um an Kitafesten teilzunehmen.

Es funktioniert, weil wir gut organisiert sind und jeder seine Zeit hat. Zeit zum Arbeiten – ich in der ersten Tageshälfte und er nach hinten raus – und Zeit mit den Kindern.

Wie ist euer Alltag strukturiert? Und wie habt ihr Aufgaben verteilt?

Ich bin gespannt. Eure Jette!



8 thoughts on “Vier Wochen Working Mom”

  • Das klingt nach dem Modell war wir auch lange hatten. Derzeit passt das so für uns leider nicht mehr. Mit zwei Schulkindern mit unterschiedlichen Anfangszeiten kommt man morgens ganz schön ins schwitzen. Zudem liegt die Kita an anderer Stelle. Dieses morgendliche Ruhe ist aber wirklich Gold wert. LG Alu

    • Dann weiß ich es mehr denn je zu schätzen. Gehen eure Schulkinder nicht an die gleich Schule oder warum die unterschiedlichen Anfangszeiten? Liebe Grüße zurück

  • Das klingt wirklich toll. So hätte ich es auch gerne, aber leider kann ich meinen Mann kaum fest einplanen, da er auch mal ganz häufig nicht da ist. Deswegen arbeite ich 20h und habe montags frei um Zeit für mein Studium zu haben. Mal sehen wie es nächstes Jahr läuft, wenn Anna in die Schule kommt. Ich bin sehr gespannt.
    Ich drück dich!

    Caro

    • Puh. Also ohne meinen Freund würde ich das auch nicht so schaffen. Bringst du immer beide alleine plus arbeiten und holst auch alleine ab? Liebe Grüße

  • Huch!
    Das schaffen wir mit dem Frühstück morgens gar nicht.
    Die Kita-Kinder essen erst in der Kita, der Schuljunge erst spät in der Schule. Frühstück, uffz.
    Ansonsten ist es bei uns ähnlich. Nach dem Umzug wird es jedoch stressig.
    Mit drei Schichten für den mann, weil er Kinder abholen muss. 🙁

    Schön, dass du keinen Stress mehr beim Abholen hast.
    Das ist viel wert. 🙂

    • Ja, sehr viel wert. Habt ihr drei Orte, die ihr zum Abholen anfahren müsst, oder zwei? Bei uns sind es Schule und Kita. Liegen leider nicht auf einem Weg, aber trotzdem machbar.

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