Ein Familienblog aus Berlin. Hier wird gemotzt und gel(i)ebt

Murphymontag, ich kann auf dich verzichten!

Murphymontag, ich kann auf dich verzichten!

Die letzten Montage hatte ich einen Gast, immer den gleichen. Leider war das keine nette Nachbarin oder der Postbote mit tollen Paketen. Nein, es war Murphy. Was, ihr kennt Murphy noch nicht?

Murphy kommt immer dann, wenn man ihn am wenigsten braucht. Ihr habt einen wichtigen Termin? Dann wird auf jeden Fall ein Kind krank. Ihr steht winterlich angezogen mit drei Kindern im Flur und müsst dringend los? Dann muss beim Kleinsten auf jeden Fall noch mal die Windel gewechselt werden.  Oder ihr wollt mit dem Zug in den Urlaub fahren? Dann stellt ihr  am Bahnhof auf jeden Fall fest, dass der Zugverkehr eingestellt wurde.

Klingt unwahrscheinlich? Leider nicht. Letzten Montag wollten wir in den Urlaub fahren. Da unser Auto für 2 Erwachsene und 3 Kinder zu klein ist, fuhren wir getrennt. Der Beste mit den beiden Großen mit dem Auto und Bosse und ich mit dem Zug. Wir verließen zusammen das Haus und mit der S-Bahn ging es drei Stationen zum Gesundbrunnen. Dort sollte uns der Regionalexpress nach Usedom fahren. Sollte. Denn als ich da ankam las ich nur eins: kein Zugverkehr. Augenrollen, leichte Wut und große Hoffnung, dass das ganze nicht wahr ist.

Ich habe mir extra einen dichten Abfahrbahnhof ausgesucht, denn mit Kleinkind und Kinderwagen bin ich froh um kurze Wege und Fahrstuhl – das bewies mir die folgende Odysee auch wieder eindrucksvoll.

Wie lange reicht mein Keksvorrat?

Die Bahnmitarbeiterin teilte mir mit, dass ich wegen Bauarbeiten vom Hauptbahnhof abfahren musste. Sie druckte mir meine neue Verbindung aus – zwei Stunden später. Mein Blick wanderte zu Bosse, der fröhlich keksessend im Wagen saß. Schnell rechnete ich durch, wie lange mein Keksvorrat reichen wird.

Also fuhren wir zum Hauptbahnhof, natürlich mit umsteigen, aber zumindest mit funktionierenden Fahrstühlen. Kurz vor Ankunft schaute ich noch mal auf den Ausdruck. Wie lange hätte ich Zeit zum Mittagessen? Sehr lange, denn statt Montag hatte sie mir einen Zug für Freitag rausgesucht. Wieder Augenrollen.

Also ab zum Servicezenter – klingt jetzt schnell und dynamisch. War es aber nicht. Fahrstuhlfahren am Hauptbahnhof wäre mal ein eigener Blogpost wert.

Wusstet ihr, dass man da eine Nummer ziehen muss? Ich zog also eine und wartete mit Bosse, der mit seinem Krabbelgang den Wartebereich säuberte. Ich hatte ja die leichte Hoffnung, dass der Zug am Freitag auch so am Montag fahren würde. Aber, dies ist ja ein Artikel über Murphy und wie soll es da anders sein – der Zug fuhr natürlich nicht so. Nein, er fuhr nicht etwa früher oder später. Er fuhr von Lichtenberg – einen ganz anderen Bahnhof gut 20 Fahrminuten entfernt. Uff.

Bosse also wieder in den Kinderwagen gesetzt und ab dafür. In Lichtenberg angekommen, stellte ich fest, dass es sie tatsächlich noch gibt: Bahnhöfe ohne Fahrstühle. Da Bosse mir inzwischen eingeschlafen war, konnte ich ihn nicht einfach auf den Arm nehmen und den Kinderwagen hinter mir die Treppe hoch ziehen. Es war aber auch deutlich schwerer jemanden zu finden, den ich fragen könnte, mir beim Hochtragen zu helfen. Entweder zu alt, zu jung oder ein nicht zu ermittelnder Geisteszustand. Eine gute Stunde hatte ich Zeit, also saß ich auf der Treppe, las und wartete.

Das war Murphy dann wohl zu langweilig, er zog weiter und so bekam ich Hilfe, meinen Zug und schaffte es nach fast sieben Stunden nach Usedom. Yeah!

Kennt ihr auch den Murphymontag? Falls ja, schreibt gerne drüber und verlinkt den Artikel hier in den Kommentaren. Ich bin gespannt.

Eure Jette



3 thoughts on “Murphymontag, ich kann auf dich verzichten!”

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