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Wie viel Zucker konsumieren unsere Kinder? Und wo ist er versteckt?

Wie viel Zucker konsumieren unsere Kinder? Und wo ist er versteckt?

Wusstet ihr, dass ein Esslöffel Ketchup ein Teelöffel Zucker enthält? Nein? Ich auch nicht. Das soll hier auch kein Anti-Zucker-Post werden, aber das Problem ist: Oft ist der Zucker versteckt und wir wissen gar nicht, wie viel wir und unsere Kinder davon eigentlich konsumieren.

Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim unterschätzen 92 Prozent der Eltern den Zuckergehalt in einem handelsüblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurt. Was denkt ihr, wie viel Würfelzucker dadrin sind? In der Studien gingen die Elter von 4 Stücken aus – dabei sind es 11.

Obst gilt trotz Fruchtzucker als gesund, da es wenig Kalorien hat. Jedoch gilt auch hier: in Maßen statt in Massen.

Besonders im Kindesalter ist eine ausgewogene Ernährung und Bewegung wichtig. Wir als Eltern können einen Grundstein für Essgewohnheiten und auch Vorlieben legen. Wer sich gesund ernährt, hat mehr Energie für den Alltag, neigt nicht zu Übergewicht, hat ein gutes Immunsystem und schützt sich vor Krankheiten wie Diabetes.

Gefahren von Zucker für die Gesundheit

Das generelle Problem von Zuckerkalorien: Sie erhöhen das Risiko für Diabetes, Herz- und Lebererkrankungen und sorgen für Karies. Einer Studie nach könnten Kindern Stoffwechselstörungen drohen.

Gefährlich sind neben neben gesüssten Joghurts auch gezuckerte Getränke. Limonaden und Säfte aus Konzentrat enthalten Zucker. In einem 200-ml-Glas sind zum Beispiel 6,5 Würfel Zucker. Ein weiterer Nachteil: ein geringes Sättigungsgefühl. Darum fällt es einem nicht schwer eine ganze Flasche gesüsste Limonade zu trinken.

Welche Zuckerarten gibt es?

Eine kurze Theorie, die mit einem Merksatz beginnt. Zutaten, die auf “-ose” enden sind Zucker. Auf folgende Begriffe solltet ihr bei den Inhaltsstoffen also achten:

Saccharose: Kristallzucker
Fructose: Fruchtzucker
Invertzuckersirup: Saccharose und Fructose gemischt
Dextrose, Glucose: Traubenzucker
Glucosesirup: industriell aus Stärke hergestellt
Lactose: Milchzucker
Maltose: Malzzucker

Und noch ein Hinweis: Je weiter der Zucker vorne in der Inhaltsliste steht, umso mehr ist davon im Lebensmittel enthalten. Hersteller süßen ihre Produkte oft mit unterschiedlichen Zuckerarten, um die Menge so aufteilen zu können.

Ich habe mal unseren Snack- und Süßigkeitenschrank durchforstet und wahre Zuckerbomben gefunden.

Wie viel Zucker am Tag ist erlaubt?

Wisst ihr eigentlich wie viel Zucker die empfohlene Tagesdosis ist? Laut der Weltgesundheitsorganisation  (WHO) soll ein Erwachsener nicht mehr als 6 Teelöffel Zucker, also 25 Gramm, am Tag zu sich nehmen. In der Regel konsumieren wir aber deutlich mehr. Warum? Weil der Mensch Süßes mag und es ein Energielieferant ist. Das Gehirn empfindet Zucker als Belohnung und verlangt daher immer und immer wieder danach. Laut Statistik nimmt ein 5-Jähriger aus einem wohlhabenden Land im Jahr so viel Zucker zu sich, wie er selbst wiegt.

Die WHO hat die Menge 2015 von 50 auf jetzt 25 Gramm Zucker reduziert – jedoch ist die Menge in Fachkreisen umstritten. Zucker aus frischem Obst und Milch sind aus dieser Richtlinie übrigens ausgenommen.

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) empfiehlt, dass Kinder nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Tageskalorienmenge in Form von Süßigkeiten verzehren sollen. Bei 2- bis 3-Jährigen wären das 1100 (also 110 kcal durch Süßigkeiten), bei 4- bis 6-Jährigen 1400 (140 kcal durch Süßigkeiten). Das entspricht weniger als 30 Gramm Zucker.

Wie entwöhne ich mein Kind  von Zucker?

Die Entwöhnung gelingt nur schrittweise. Von heute auf morgen wird das wohl nichts. Zucker ist ein Suchtmittel. Hier ein paar Tipps:

  1. Joghurt selber mit Früchten mischen, statt zu Fertigprodukten zu greifen.
  2. Kuchen selber backen.
  3. Keine Fertiggerichte essen und beim Kochen auf Ballaststoffe achten. Diese helfen Fressattacken zu vermeiden.
  4. Saftschorle statt Saft pur. Ihr könnt die Wassermenge nach und nach erhöhen.
  5. Zuckermenge im Tee reduzieren.
  6. Mische unter süßes Müsli Haferflocken.
  7. Bewegung! Es ist zwar keine Entwöhnung, hilft aber um  Krankheiten vorzubeugen.

Es gibt die Regel, und die funktioniert hier sehr gut: Jedes Kind darf am Tag so viel Süßes essen, wie in die Hand passt. Meine Kinder naschen gerne Smarties und Gummibärchen und wenn man bedenkt, dass 20 Gummibärchen gut 11 Würfel Zucker bedeuten, ist das wirklich ausreichend.

Die Verbraucherzentrale Bayern hat übrigens eine kostenlosse App rausgebracht, damit Zucker in Lebensmitteln nicht länger versteckt bleibt. Hier findet ihr sie für Android und für iphone.

Ihr wollt wissen, welche Snacks wenig Zucker haben? Einige habe ich euch hier zusammengestellt. Außerdem findet ihr da auch zuckerfreie und zuckerarme Rezepte.

Viel Spaß beim Stöbern, Eure Jette!

Zuckerfalle Kindersnacks, So viel Zucker steckt im Essen für Kinder



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