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Motzmittwoch: Es gibt sie noch, diese Leute

Motzmittwoch: Es gibt sie noch, diese Leute

Kennt ihr diese Leute, die so laut mit ihrem Gegenüber über einen reden, dass man es hören kannst? Auf so eine Person bin ich neulich getroffen.

Dabei fing die Situation ganz harmlos an. Die Sonne schien, die Kinder wollten ein Eis und ich hatte angesichts eines fehlenden Mittags nichts dagegen. Da unser Stammeismann schon zu hatte, gingen wir in ein nahe gelegenes Einkaufszentrum. Wir leckten an unserem Eis, mit Streusel natürlich, unsere Beine baumelten dank der Hochstühle und die Kinder gackerten rum.

Für Bosse stand fest: Im Kinderwagen liegen und zu gucken? Nicht mit mir! Er wollte gestillt werden. Als bevorzugte Stillmode trage ich meine gängigen Shirts mit einem Trägertop drunter. So kann ich das Top runterziehen, Bosse anlegen und das Shirt von oben über die Brust legen. So brauche ich keine extra Stillmode und es ist trotzdem alles bedeckt. Finde ich zumindest.

Stillen? Ja, aber …

Eine ältere Dame ein paar Meter von mir entfernt sah das aber anders. Lauthals regte sie sich über mich auf. Ob das sein müsse, fragte sie ihr Freundin. Sie sei ja nicht gegen das Stillen, aber doch nicht hier.

Mh, ich brauchte erst eine Weile bis ich das richtig verstand, aber sie wiederholte ihre verbale Abneigung immer und immer wieder. Das Paradoxe: Im ersten Moment ließ ich mich wirklich verunsichern. Ist das anstößig? Sieht man doch zu viel? Aber ich schaute meine beiden großen Kinder an, wie sie die runtergekleckerten Streusel versuchten vom Handrücken zu lecken, und dann mein Baby, wie es genüsslich trank. Nein, hier war nichts Anstößig, nichts falsch.

Weil es mich so ärgerte, sprach eine andere Mama, die mit ihrer Tochter Eis essen war, an. Ich sagte ihr, wie verwundert ich über diese Art und Weise sei. Gab es nicht genug Diskussionen über das Füttern auf Toilette? Liebe alte Dame, nein ich möchte nicht versteckt im Hinterkämmerchen oder gar auf dem Klo stillen. Oder wollen Sie da essen?

Stillen ist nicht nur Füttern

Im Nachhinein ärgere ich mich, sie nicht angesprochen zu haben. Aber der Kleine stillte und was hätte es bringen sollen? Leute, die so offen und hörbar schlecht reden, sehen sich im Recht und wollen vieles, aber nicht ins Gespräch kommen.

Warum ich das hier aufschreibe? Ich hätte einfach nicht geglaubt, dass es sie wirklich noch gibt. Diese Menschen, die Stillen in der Öffentlichkeit nicht gut, ja sogar unerhört finden. Aber so lange es solche Menschen gibt, so lange sollten wir Mütter darüber schreiben und aufklären.

Stillen ist etwas Natürliches – es ist füttern und beruhigen, Wärme und Nähe. Die gebe ich, wenn mein Baby es braucht. Dezent, aber nicht versteckt auf der Toilette.

Wie seht ihr das?

Liebe Grüße, Eure Jette!



4 thoughts on “Motzmittwoch: Es gibt sie noch, diese Leute”

  • Liebe Jette!

    Ich hätte die Dame auch nicht angesprochen. Im Nachhinein ärgere ich mich dann auch immer ein bißchen, aber so viel Aufhebens will ich dann in der Öffentlichkeit nicht um mich und meine Person machen. Da ärgere ich mich lieber still.

    Über den Anlass müssen wir – meiner Meinung nach – gar nicht reden. Natürlich ist es unproblematisch. Wobei ich später auch eher Probleme hatte, in der Öffentlichkeit die Flasche zu geben. Weil ich immer dachte, dass mich alle schräg anschauen („Was für eine Mutter? Stillt die etwa nicht?“). Aber ich hab den Leuten dann auch nicht ungefragt erklärt, dass ich AUCH gestillt habe 😉

    Vielleicht hast Du ja Lust, an meiner Blogparade zum Thema „Draußenzeit trotz Novembergrau?“ teilzunehmen?

    https://gesasgrossesglueck.wordpress.com/2017/10/11/blogparade-draussenzeit-trotz-novembergrau/

    Ich würde mich sehr freuen, von Dir etwas dazu zu lesen!

    Viele Grüße,
    Gesa

    • Danke für deine Meinung. Ja, das „Problem“ mit der Flasche habe ich jetzt schon öfter von Mamas gehört. Finde ich im gleichen Maße eine Frechheit!! Ich schaue später mal bei dir vorbei <3 Liebe Grüße!

  • Ich teile deine Meinung. Absolut.
    Ich wäre wohl diejenige gewesen, die die ältere Dame angesprochen hätte, um mich solidarisch mit dir zu zeigen. Das habe ich schon mehrfach gemacht. Auch in anderen Situationen. Z.B. wenn Eltern die Wut ihres Kindes liebevoll begleiten und dafür Spott ernten. Was ich mir, als nicht stillende Mutter, allerdings auch wünsche: mehr Verständnis für alle.
    Liebe Grüße, Isabel 🙂

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