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Motzmittwoch: Wie weit geht man für einen Kitaplatz?

Motzmittwoch: Wie weit geht man für einen Kitaplatz?

Mein erster Gedanke ist: Ich kündige. Sofort. Ich betreue meine Kinder zu hause. Mein zweiter Gedanke: Aber Melina ist in der Vorschule, sie möchte bei ihren Freunden sein und es ist ja nur noch ein Jahr.

Was nimmt man als Eltern auf sich, um einen Kitaplatz zu bekommen/zu behalten? Wir sehr viel. Kurz zu den Umständen. Unsere Kita wird saniert und durch einem Neubau auch vergrößert. Der Plan war, dass die Kinder in den fertig gebauten Neubau ziehen, während das alte Haus saniert wird.

Anfang September erfuhren wir auf der Elternversammlung, dass die Kinder ab 2 Jahren in eine neue Kita müssen, für ein Jahr. Diese befindet sich mehrer Kilometer weit weg von der jetzigen,in einem anderen Stadtviertel und muss mit der S-Bahn angefahren werden. Hat man das in der Rushhour morgens geschafft, sind es vom Bahnhof „nur“ noch 750 Meter bis zum Ziel. Mit drei Kindern ein Klacks. Nicht.

Kurz zum Vergleich. Zu unserer aktuellen Kita fahren wir 10 bis 15 Minuten mit dem Roller. Wir haben uns bewusst gegen die öffentlichen Verkehrsmittel entschieden und  bewusst für eine kleine Kita mit großen Hof. Nun müssen meine Kinder für ein Jahr in eine Kita mitten im Wohngebiet mit einem Grünstreifen um das Gebäude. Das nervt.

Bewusstes Zurückhalten von Informationen

Mich nervt aber vor allem, dass uns diese Info bewusst erst nach dem Start des neuen Kitajahres mitgeteilt wurde, denn so ist ein Wechsel in eine andere Kita wirklich schwierig – mit drei Kindern wahrscheinlich sogar unmöglich.

Also was tun? Melina hat nur noch ein Jahr Kitazeit vor sich. Sie ist mitten in der Vorschule, die wirklich toll ist. Sie hängt an ihren Erziehern und ihren zwei Freundinnen. Ihr zu liebe bleiben wir, kaufen mir eine Monatskarte, fahren mit der Bahn hin und her, schleppen bei kaputten Fahrstühlen den Kinderwagen die Treppen hoch und motivieren müde Kinder zum Fußmarsch.

Nächstes Jahr, wenn ich wieder arbeiten gehe aber, muss sich etwas ändern. Denn es ziehen wie gesagt nur die Kinder ab 2 in die neue Kita. Bosse wäre in der alten untergebracht, Freddie aber in der neuen. Mit der Schule, in die Melina im August kommt, hätten wir dann jeden Morgen drei Orte, die wir anfahren müssten. In Zeit gerechnet macht das 1 1/2 Stunden. 1 1/2 Stunden am Morgen, 1 1/2 Stunden am Abend. Für uns schlicht nicht tragbar. Denn was bleibt an Zeit zum Arbeiten? Was bleibt an Zeit für Hausaufgaben, Eis essen und spielen?

Neue Kita, andere Freizeit

Ich habe es bisher immer sehr genossen, die Kinder von der Kita zu holen und nach hause zu laufen. Unterwegs machen wir Halt beim Eismann oder auf dem Spielplatz, besorgen noch Dinge oder trödeln einfach rum. Der Gedanke, sich nun jeden Tag in eine volle S-Bahn quetschen zu müssen und die Kinder immer motivieren zu müssen, nur noch ein kleines Stück zu laufen, stresst mich jetzt schon.

Aber auch die Enttäuschung über das Vorgehen der Kita enttäuscht mich. Ich bin Elternsprecherin und hatte das Glück, früh in die Planung des Umbaus einbezogen zu werden. Ein großes Interesse bestand natrülich von vornherein daran, was mit den Kindern zum Zeitpunkt des Umbaus passiert. Uns wurde von allen Seiten versichert, dass alle Kinder mit in den Neubau ziehen könne. Nie war die Rede von einer neuen Kita oder gar einer in einem anderen Stadtteil. Aber die Kitaplätze sind rar und arbeitende Eltern sind darauf angewiesen. Und so macht man Dinge mit, die einen eigentlich widerstreben.

Ich hoffe, dass ich zu August, wenn Melina in die Schule kommt, eine neue Kita für meine Jungs finde. Denn auch wenn wir  eigentlich einen Platz haben, das Vertrauen ist verloren gegangen.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie weit seid ihr für einen Kitaplatz gefahren/gegangen?

Liebe Grüße, Jette!

 



6 thoughts on “Motzmittwoch: Wie weit geht man für einen Kitaplatz?”

  • Ach Mensch Jette, das hört sich ja na Stress pur an. Ich hoffe, ihr findet da eine neue Kita, möglichst in der Nähe der Schule. Das ist ja sonst wirklich unzumutbar! Liebe Grüße von Anita

    • Ja, wir sind bei zu suchen. Aber für zwei Kinder gar nicht so einfach. Echt doof! Da merkt man erst mal wie sehr man von der Kita abhängig ist.

  • Huhu Jette, eine Freundin von mir hat in einer ähnlichen Situation eine Kita für ihre Kinder gegründet. Über eine Elterninitiative einen Verein gegründet und der ist nun Träger. Räumlichkeiten gesucht und Erzieher eingestellt – jetzt läufts seit Anfang des Monats. Vielleicht auch keine schlechte Idee 😉

    Glg Kati

  • Oh man das is echt mies. Du hattest es ja schonmal erwähnt. Das is echt mies. Sucht euch ne Kita in der Nähe, gegenüber sind 2 eine davon hat glaube auch ein großes Grundstück. Da hatten wir 1 Monat vor Kitastart noch einen Platz für Nao bekommen, den wir dann aber nicht mehr brauchten..
    LG Anne

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