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Motzmittwoch: Geplant Alleinerziehend – ein „moderner Lebensentwurf“?

Motzmittwoch: Geplant Alleinerziehend – ein „moderner Lebensentwurf“?

Am Wochenende las ich einen Artikel in der „Zeit“, der mich sehr nachdenklich machte. „Erst die Kinder, dann mal schauen“ heißt er, geschrieben von Caroline Rosales. Sie behauptet, dass immer mehr alleinerziehende Frauen ihre Lebensart ideal finden. Sie gibt zum Ende des Artikels zwar zu, dass man ein gutes Netzwerk und Freunde braucht, aber für sie ist es „Teil eines modernen DIY-Lebensentwurfs“.

Meine Kinnlade zog sich da unweigerlich nach unten. Ernsthaft? Geplant alleinerziehend? Sofort denke ich da an das gemeinsame Warten beim Frauenarzt auf den ersten Ultraschall zu zweit beziehungsweise zu dritt. Der Beste und ich. Aufgeregt. Und ich habe sie gesehen, seine Tränen in den Augen, seinen Stolz, als wir unser erstes Kind auf dem Monitor sahen.

Die Liebe als Plus

Rosales schreibt, dass Liebe für sie nur ein Plus sei, es ihr schwer fallen würde mit einem Mann zu schlafen, der Laternen bastelt. Ich denke zurück, an das Sommerfest in der Kita vor ein paar Wochen. Fünf Stationen gab es, an denen Kinder klettern und basteln, sich motorisch testen konnten und sich in Schubkarren von einem Elternteil schieben lassen durften. Mittendrin der Beste – strahlend, mit den Kindern ein Team bildend. Dieser Anblick ist für mich ähnlich wie Väter, die mit ihrem Kind in der Trage gehen. Nämlich vieles und alles, aber nicht abschreckend. Und ganz ehrlich, der Beste lief mit zwei Kindern in der Schubkarre mit einem anderen Vater um die Wette. Wenn das nicht sexy ist, dann weiß ich auch nicht.

Partnerschaft heißt teilen zu können

Auch der Gedanke ans Zusammenziehen erfreut die Autorin nicht wirklich. Und ich frage mich, wie man das so negativ sehen kann? Ja, vielleicht liegen Socken rum oder der Klodeckel ist oben – was  hier im übrigen nur mir passiert. Aber Momente mit jemandem zu teilen, mit jemanden abends auf dem Sofa zu sitzen, Verantwortung und Aufgaben nicht alleine bewältigen zu müssen – auch das ist Partnerschaft für mich.

Rund zwei Millionen Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf – oft ist es besser so, selten ist es so geplant. Auch gibt es Single-Frauen, die nicht den passenden Partner finden. Aber ist das die Zukunft? Brauchen wir Frauen die Männer wirklich nur noch zum Babymachen? Nicht mehr danach und nicht mehr für eine Partnerschaft?

Mein Bedürfnis nach Vater und Partner

Ich habe da ein ganz anderes Bedürfnis als die Autorin. Ich möchte den Besten an meiner Seite haben, mit ihm lachen und teilen, auch wenn Streiten mit dazu gehört. Ich freue mich, dass meine Kinder eine männliche Bezugsperson haben, mit der sie unter einem Dach leben und die ich liebe.

Der Gedanke, alles alleine mit den Kindern wuppen zu müssen, stimmt mich nicht glücklicher, sondern löst Panik aus. Und ich wünsche mir, dass das Zusammen ein angestrebter und gängiger Lebensentwurf ist, nicht das Alleine.

Wie seht ihr das?

Liebe Grüße, Eure Jette



2 thoughts on “Motzmittwoch: Geplant Alleinerziehend – ein „moderner Lebensentwurf“?”

  • Ohne den Ursprungstext gelesen zu haben, kann ich verstehen, dass der Kinderwunsch so stark ist, dass man nicht mehr auf die richtige Beziehung warten mag. Trotzdem ist Alleinerziehen keine Idealvorstellung für mich. Meine Beziehung ist gescheitert, ich habe nur diese Möglichkeit. Schöner und weniger anstrengend fände ich es zu zweit trotzdem.

    Darüberhinaus frage ich mich 2 Dinge: wenn man nicht bereit ist, sich einem Partner anzupassen und ihm Platz in seinem Leben einzugestehen – ist man dann schon bereit ein Kind zu bekommen? Denn das fordert genau dies noch viel mehr.
    Und was für Beziehungen hat die Autorin gehabt? Dass sie ihren Partner mehr als Belastung als als Bereicherung/Entlastung sieht? Wobei ich dies auch selber schon erlebt habe bzw das im Freundeskreis beobachten konnte.

    LG

    • Danke für deinen Kommentar! Ich kann den Wunsch auch verstehen und ich weiß, dass es manchmal besser ist, nicht mit dem Partner zusammen zu sein, aber für mich ist das Alleinesein nicht erstrebenswert. Und dein Gedanke mit der Anpassung ist interessant. Das fällt einem wegen der Muttergefühle dem Kind gegenüber wahrscheinlich leichter. Aber alles als Belastung zu empfinden, was mit einem Mann zu tun hat, fand ich erschreckend! Man kann ja schlechte Erfahrungen gesammelt haben und nicht immer passt es, aber daraus eine Lebenseinstellung machen?

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