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Motzmittwoch: Kita ist keine Fremdbetreuung

Motzmittwoch: Kita ist keine Fremdbetreuung

Auf Twitter kommt es immer wieder zu Diskussionen, ob Kita für ein Kind gut oder schlecht ist. Ab wann sollte oder kann ein Kind durch andere Personen als die Eltern betreut werden? Ein Wort, das in diesem Zusammenhang häufig zu lesen ist: Fremdbetreuung. Und dieses ärgert mich.

Für meine Kinder ist die Kita keine Fremdbetreuung. Für sie ist das der Ort, an dem Freunde zum Spielen warten, wo Höhlen gebaut werden, Erzieher Bücher vorlesen und Ausflüge gemacht werden. Sie wachsen dort, indem sie Aufgaben wie Tischdecken übernehmen. Sie sind dort Kind, in dem sie Dinofußspuren im Garten verfolgen. Und sie werden geliebt. Nicht auf die Art wie wir Eltern sie lieben, aber auf eine Art, die sie auch dort weinen lassen, wenn sie traurig sind, lachen lassen, wenn sie sich freuen.

Sie fühlen sich geborgen

Die beiden großen Kinder sind recht verkuschelt. Wenn ich sie also abhole und sehe, wie sie im Arm einer auf dem Boden sitzenden Erzieherin liegen, dann geht mir das Herz auf. Sie fühlen sich geborgen, sicher, wohl.

Das zeigen mir auch diverse Alltagssituationen. Neulich haben wir uns ein Buch aus der Bibliothek ausgeliehen. Ich habe es zwei Mal hinter einander vorgelesen und dann meinte Melina: „Mama, ich möchte es morgen mit in die Kita nehmen und Nicole zeigen. Ja?“

Klingt das nach Fremdbetreuung? Nein! Anderes Beispiel. Ich hole die Beiden von der Kita ab und sie erzählen von ihrem Tag. Melina wirkt nachdenklich, denn sie beschäftigt eine andere Frage: „Was arbeiten Nicole und Jenny eigentlich?“ Ja, es ist eine kindlich naive Frage, aber im Grunde zeigt es doch, dass sie vieles wie zu Hause erleben. Es gibt gewisse Regeln, aber auch genug Fürsorge.

Sie gehen nicht zu Fremden

Meine Kinder fühlen sich nicht abgegeben. Sie gehen nicht zu Fremden, sondern zu Nicole und Jenny und Kerstin. Da scheint nicht überall so zu sein. Anders kann ich mir die immer wieder aufkommenden Diskussionen nicht erklären. Treffen wir uns nicht auch gerne mit unseren Freunden? Haben wir nicht auch mehr als eine Bezugsperson?

Mir ist bewusst, dass viele ihre Kinder in die Kita geben müssen, weil man wieder arbeiten gehen muss. Nicht alle haben die Wahl oder die Möglichkeit nach den Bedürfnissen des Kindes zu entscheiden. Aber ich finde, dass Kitas nicht abgewertet werden müssen, nur weil man mit der eigenen Situation nicht zufrieden ist.

Momentan bin ich in Elternzeit. Zuhause bleiben ist für die Kinder aber keine Option. Sie wollen in die Kita. Allerdings werden sie gerne zwischen halb drei und um drei abgeholt. Das wäre ihr perfekter Kita-Tag.

Was ist eure Meinung? Ist Kita Fremdbetreuung?

Liebe Grüße, Eure Jette!



3 thoughts on “Motzmittwoch: Kita ist keine Fremdbetreuung”

  • Ich denke, das Wort Fremdbetreuung kommt eben daher, dass es anfangs eben doch Fremde sind. Aber jeder Freund war doch vorher auch ein Fremder. Von daher finde ich das Wort nicht schlimm. Man entscheidet sich als Mutter erst für eine „Fremd“Betreuung, erst in laufe der Zeit und wenn es richtig passt, dann wird es zu einen zweiten Zuhause, wenn es eben Ideal läuft.
    Aber ich kenn es auch, dass Erzieher es nicht wollen, dass es zu Familie wird. Da heißt es Frau … und Fräulein … und umarmen? NEIN das gehört sich nicht. Trösten ja, aber kuscheln? Das kann man bitte zuhause.

    Unsere erste Kita war so. Die Zweite war da anders, gleich mehr wie eine Familie. Schon allein, dass man sich auch mit den Erziehern dutzte macht da viel aus, noch heute 3 Jahre nach Kitaschluss begrüßt man sich noch freudig in der Stadt.
    Wie Freunde, nicht wie Fremde. So wurde eben aus der Entscheidung, dass kind Fremd betreuen zu lassen eine Erweiterung des Freundeskreises.

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