hier wird gemotzt und gel(i)ebt

Hurtig Kinder, kommt zu Tisch!

Hurtig Kinder, kommt zu Tisch!

Tischmanieren bei Kindern – geht das? Oder sorgen sie nur für Frust beim Essen? Natürlich haben auch wir im Laufe des Familienalltages Grenzen gezogen. Jedoch wurden daraus keine festen Regeln formuliert und runtergebetet. Wohl ein Zeichen dafür, dass es recht locker bei uns zu geht oder chaotisch. Aber Essen soll Spaß machen und vor allem schmecken. Ein Blick in unseren (Essens)Alltag:

Das Frühstück

Kinderschritte sind zu hören. Freddie (3) ist meist der Erste, der hungrig den Tisch ansteuert. Morgens isst er immer Müsli mit Milch. Da er der Frühaufsteher von uns ist, verschlingt er die erste Portion allein. Ich decke währenddessen den Tisch zu Ende und unterhalte mich mit ihm. Gerne setze ich mich anschließend mit meinem Kaffee dazu, stille den Babysohn nebenbei. Meist verschwindet Freddie dann aber recht schnell wieder, um zu spielen.

Das Baby schmatzt genüsslich. Wieder höre ich Kinderschritte. Melina (5) schlurft ins Wohnzimmer, wo unser Esstisch steht. Erstmal kuscheln. Später schmiere ich ihr eine Stulle. Der Beste kommt zur Tür rein. Er war mit dem Hund spazieren, wäscht sich die Hände und setzt sich zu uns. Am liebsten isst er Joghurt und Obst.

Die Windel von Bosse ist voll. Ich wasche ihn und ziehe ihn an. Zeit für mich zum Essen. Auch Freddie sitzt wieder bei uns. Sein zweiter Gang ist meist Toastbrot. Jeder erzählt, was war oder was der Tag mit sich bringen wird. Die Kinder sind fertig, sie dürfen aufstehen. Freddie möchte meist mit einem von uns spielen. Jedoch lehnen wir dies immer ab, da wir noch nicht aufgegessen haben. Einzige Ausnahme ist das Vorlesen. Das machen wir auch nebenbei. Sind die Kinder zu sehr mit Spielen beschäftigt, räumen wir den Tisch alleine ab. Sie müssen nicht helfen, tun es aber gerne von sich aus, wenn auch unregelmäßig.

Das Mittag

Da die Kinder unter Woche in der Kita essen, gibt es ein gemeinsames Mittag nur am Wochenende. In der Regel sind wir unterwegs und essen selten zu hause. Im Restaurant bleiben die Kinder eigentlich immer am Tisch sitzen. Dank Malbücher kappt das ganz gut. Natürlich unterhalten wir uns auch mit ihnen oder lesen Pixibücher vor. Wir essen mit Besteck – einzige Ausnahme: Pommes. Da sie nach dem Essen ungerne lange stillsitzen und wir andere Gäste nicht stören wollen, verweilen wir nicht länger als nötig.

Noch kurz zum Besteck: Ob sie mit Gabel und Messer oder nur mit Löffel essen, ist mir egal. Auf die Ellenbogen achten wir nicht, sie sind mir aber noch nicht aufgefallen. Wahrscheinlich sind sie also selten bis nie auf dem Tisch. Was ich aber gar nicht mag: Wenn die Kinder mit ihren Fingern in meinem Essen rumfummeln. Sie dürfen immer probieren und etwas abhaben. Aber bitte mit Besteck.

Das Abendbrot

Unsere Nachmittage sind besonders im Sommer lang. Wir kommen spät heim. Füße und Hände sind schwarz, weshalb es meist direkt in die Badewanne geht. Während die Kinder planschen bereite ich das Abendbrot vor. Das dürfen die Kinder auf dem Sofa vor dem Fernseher essen. Ich kümmere mich währenddessen um das Baby: spielen, waschen und umziehen. Die beiden Großen bekommen einen Obstteller und ich stille Bosse, bevor es für ihn ins Bett geht. Der Beste kommt nach hause, begrüßt uns, wäscht sich die Hände, zieht sich um und isst Abendbrot am Esstisch. Meist liest er nebenbei Zeitung. Wir bringen gemeinsam die Kinder ins Bett und wenn alle schnarchen, mache ich mir mein Essen.

Beim Schreiben dieses Textes fällt mir auf, wie wenig Regeln wir haben:

  1. Der Beste und ich spielen erst nach dem Essen  mit den Kindern.
  2. Wir essen mit Besteck – ausgenommen Pommes.

Wir vergessen manchmal uns die Hände zu waschen und wir sitzen beim Essen nicht immer am Tisch. Manchmal sogar auf dem Boden. Hier isst man auch mal alleine. Denn, und das ist mir wichtig, jeder isst wann er hunger hat und was er mag. Mal mögen die Kinder Brot mit Würstchen und Paprika, mal Nudeln oder Milchreis. Wir futtern Pommes von einem großen Teller.

Warum? Weil das Essen im Restaurant funktioniert. Sie wissen, wie es geht – müssen es mir aber nicht jeden Tag beweisen. Denn, auch ich esse abends auf dem Sofa, nicht immer mit Gabel und Messer, aber gerne. Und das sollen sie auch.

Wie läuft es bei euch am Tisch ab? Auf sonnenshyn könnt ihr noch mehr Beiträge zum Thema Tischmanieren bei Kindern lesen.

Lasst es euch schmecken, Eure Jette!



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