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Motzmittwoch: Lasst mir meinen Muttertag!

Motzmittwoch: Lasst mir meinen Muttertag!

Es geht wieder los. Kurz vor dem Muttertag werden die Leute nicht müde zu erwähnen, wie wenig dieser Tag nötig sei. Man könne der Mama ja immer etwas schenken. Natürlich wüsste die Mama, wie dankbar man ihr sei. Ja und? Warum nicht aber auch am Muttertag?

Im Alltag dankbar zu sein und nette Worte zu finden, schließt doch eine Aufmerksamkeit nicht aus. Ein Blumenstrauß oder nur ein Blümchen, eine schöne Karte oder vielleicht ein gemeinsames Bild von damals – jeder wie er mag. Wichtig ist doch eigentlich nur, dass es von Herzen kommt. Kritiker argumentieren, dass das Datum dabei keine Rolle spiele. Stimmt. Also, warum nicht am zweiten Sonntag im Mai?

Warum dem Kind die Freude nehmen?

Das Strahlen meiner Tochter letztes Jahr als sie mir kleine Blümchen überreichte und mich umarmte, war so so schön. Dieses Jahr ist ihr der Tag noch bewusster. Immer wieder fragt sie, wann es so weit sei. Sie wolle nämlich etwas für mich basteln. Warum soll ich ihr diese Freude nehmen? Und nie und nimmer würde ich deshalb denken, dass sie mich den Rest des Jahres weniger schätzt.

Natürlich verdienen Leute daran. Aber jetzt mal ehrlich, ob ihr heute oder morgen Blumen kauft – ihr gebt so oder so Geld aus.

Zu viel Druck durch Werbung

Vielleicht stören sich die Kritiker ja weniger an dem Tag als an dem Druck? Überall Werbung mit der gleichen Frage: „Hast du schon was zum Muttertag“. Produkte schreien „nimm mich“ und so kommt man schnell ins Grübeln: Reichen Blumen überhaupt. Oder muss es mehr sein? Kann es auch etwas sein, was kein Geld kostet? Gemeinsame Zeit zum Beispiel?

Ja! Ich glaube, viele haben die Freude am Schenken verloren, weil der Konsum mehr und mehr in der Vordergrund gerückt ist. Wer sich aber davon lösen kann, wird sich nicht nur am Lächeln der Mama erfreuen, sondern auch merken, wie die eigenen Mundwinkel nach oben gehen.

Viel Spaß beim Freudemachen, Eure Jette!