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Motzmittwoch: Dürfen eure Kinder, was ihr nicht durftet?

Motzmittwoch: Dürfen eure Kinder, was ihr nicht durftet?

Während des Besuches meiner Mama sind mir Dinge ein- und aufgefallen, die, als ich Kind war, strenger beäugt wurden. Oder durftet ihr mit dem Strohhalm Blubberblasen machen? Ich nicht.

Meine Kinder schon. Warum? Weil es mich nicht stört. Es macht nicht wirklich Krach, spritzt nur minimal und die Kinder sind am Platz sitzend beschäftigt. Das kann besonders während eines Restaurantbesuches von Vorteil sein. Machen sie aus Langeweile quatsch würde womöglich eher ein Glas umfallen und deutlich mehr Umstände verursachen.

Tischmanieren während des Essens

„Es wird erst aufgestanden, wenn alle aufgegessen haben.“ Auch ein Satz, den es damals öfter zu hören gab. Bei uns jedoch nicht. Die Kinder dürfen aufstehen, wenn sie mit Essen fertig sind. Dahinter steckt jedoch purer Eigennutz. Denn was nützen mir unruhige „Wann seid ihr endlich fertig mit essen“-Frager am Tisch? Nichts! Richtig.

Gegessen wird am Tisch, nicht vor dem Fernseher. Bei uns war es üblich, dass wir um 18 Uhr in der Küche zu Abendbrot gegessen haben. Meine Eltern mochten es, dass jeder von seinem Tag erzählte. Bei uns darf auch vor dem TV gegessen werden. Anders als früher, verbringen wir bereits den Nachmittag zusammen und kommen da zum Austausch und quatschen.

Sagt ihr „scheiße“?

Generell ist mir bewusst geworden, dass viele Dinge, die wir von unseren Kindern erwarten, selber eigentlich auch nicht besser machen – und ich meine nicht nur das Essen vor dem TV. So sagen wir auch „scheiße“. Nicht oft, aber oft genug. Noch sprechen es die Kinder nicht nach, aber wie sollte ich es ihnen verbieten oder sie ermahnen, wenn wir es selber auch nicht besser machen?

Vielleicht sollte ich mir einen Mittelweg überlegen. „Scheiße“ als Ausrutscher zulassen, bei mir und den Kindern, aber „Mist“ als die bessere Alternative anbieten. Und bis dahin blubber ich zur Entspannung mit meinem Strohhalm in der Saftschorle rum.

Macht es gut, Eure Jette!



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