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Schnuller – Teufelszeug oder Retter in der Not?

Schnuller – Teufelszeug oder Retter in der Not?

Drei Kinder und drei Erfahrungen zum Thema Schnuller. Von abgelehnt, über kurz akzeptiert bis danach verlangen ist alles dabei. Aber von vorne: Es war einmal eine Mutter, die dachte nicht gut über Schnuller.

Nein, im Ernst. Bei Melina, meiner Erstgeborenen, wollte ich so lange wie möglich drauf verzichten. Was man nicht angewöhnt, muss man auch nicht abgewöhnen, dachte ich. Zudem verliert man die Schnuller ständig bzw ist mehr am Suchen als am Finden. Und dann? Ja, dann entwickelte sich Melina zu einem absoluten Stillfan.

Meine Brüste waren entweder durch meine Tochter belegt oder ich kühlte und salbte die entzündeten Brustwarzen. Meinungswechsel: Nun sollte er doch helfen, der gefürchtete Schnuller. Ich versuchte alle möglichen Formen, Marken und Materialien, um sie nach zwei Monaten an den Schnuller zu gewöhnen. Vergeblich. Gebracht hat es nichts. Außer belustigende Grimassen, die sie zog, wenn ich ihr mal wieder probierte einen Schnuller schmackhaft zu machen.

Besonders anstrengend fand ich das nächtliche Nuckeln. Da habe ich mir oft einen Schnuller gewünscht. Gerne hat sich Melina übertrunken und die Bettwäsche musste öfter mal gewaschen werden.

Schnuller – vielleicht doch eine gute Hilfe?

Dann kam Freddie. Ich hatte meine Meinung geändert. Ein Schnuller ist ja vielleicht doch kein Teufelszeug, oder? Aber gut. Erst mal muss das Stillen klappen. Und dann … ja irgendwie habe ich den Moment wieder verpasst.

Ich habe zwar keine zwei Monate gewartet, aber außer ein paar überschaubare Male blieb der Schnuller nie drin. Ich ließ es wie bei Melina auch relativ schnell bleiben. Dann eben nicht. Im Vergleich zum ersten Mal quälten mich auch keine entzündeten Brustwarzen. Abgestillt habe ich dann aber, als Freddie 1 1/2 Jahre alt war. Denn er nuckelte ab 4 Uhr morgens bis zum Aufstehen durchgängig. Das war zuviel – auch weil ich wieder im Schichtdienst arbeitete und einfach nicht weiterschlafen konnte.

Das dritte Kind änderte alles

Als sich Bosse, unser drittes Kind, ankündigte, machte ich mir wieder Gedanken zum Thema Schnuller. Dieses Mal wollte ich ein Schnullerkind. Für Gegner muss das absurd klingen.

Aber, obwohl ich gerne und nach Bedarf stille, in der Öffentlichkeit und auch in der Manduca, fürchtete ich bestimmte Momente. Zum Beispiel wenn ich abends stillend im Bett liege und die anderen beiden aber auch nach mir verlangen. Freddie ist zwei, Melina vier Jahre alt – ich will flexibel sein. Auch meinem Partner gegenüber. Kinderkonzerte, Puppentheater – er wäre der Einzige, der mit den beiden Großen immer gehen könnte, ja sogar müsste. Denn bisher lehnten die Kinder nicht nur Schnuller, sondern auch Flaschen ab. Beruhigen ging nur an der Brust. Ich möchte aber auch mit Freddie und Melina etwas unternehmen.

So kam es, dass ich Schnuller kaufte und sie bereist nach wenigen Tagen bei Bosse nutzte. Natürlich wollte ich nicht die Milchproduktion gefährden. Also kommt der Schnuller zum Beispiel zum Einsatz, wenn Bosse nach dem Stillen beim Ablegen aufwacht. Oder auf dem Weg zur Kita, wenn er schwer in den Schlaf findet. Und auch wenn er erst zwei Wochen alt ist, ist es schon jetzt eine Erleichterung. Auch für den Kopf.

Wie seht ihr das? Schnuller – Teufelszeug oder Retter in der Not?

Liebe Grüße, eure Jette

P.S.: Anja von vonguteneltern hat zum Thema Schnuller einen interessanten Artikel geschrieben. Als Hebamme hat sie noch mal wichtige Tipps zusammengefasst, als Mutter aber auch ihre Erfahrungen mit dazu geschrieben.



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