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Gedanken über das ungeduldige Warten

Gedanken über das ungeduldige Warten

Es gibt viele Momente des Wartens: an der Ampel, beim Arzt. Es gibt vieles auf das wir warten: den Partner fürs Leben, den Traumberuf, eine Chance – oder einen positiven Schwangerschaftstest.

Wir hatten das Glück in dem Fall nie lange warten zu müssen. Keine Verhütung plus keinen Stress gleich zwei Kinder und eine Schwangerschaft – so unsere (Erfolgs)Formel.

Schwangerschaftsanzeichen

Woran ich merkte, dass ich schwanger war? Der Kaffee schmeckte mir auf einmal nicht mehr. Auf Alkohol hatte ich keine Lust und dann diese Übelkeit. Kein Appetit, das flaue Gefühl im Magen und doch diese Freude beim Anblick des zweiten Striches auf dem Test.

Wie und wann sage ich es Familie und Freunden?

Dem Besten habe ich es immer sofort mit einem kleinen Geschenk zusammen erzählt. Bei Melina gab es einen Papapass dazu – Gewicht und Fotos können da eingetragen werden, wie in einem Mutterpass eben.

Bei Freddie schenkte ich ihm zu der frohen Verbalbotschaft ein kleines Kissen mit einem Fernsehturm und einem Auto drauf – als Symbol für den Zuwachs in unserem Familienbett.

Schwanger - wie sag ich es meinem Freund
Das Kissen ist bis heute nicht aus dem Bett von Freddie wegzudenken

Und von Bosses Schwangerschaft erfuhr er während des Ausmistens. Ich zeigte im die ersten Lauflernschuhe von Freddie und „erklärte“ mein System der Aufbewahrung. Was ich behalten wolle, hat einen Zettel mit einer Info dazu unten dran kleben. Und naja unter dem braunen Paar klebte der Zettel 2018, eingerahmt in ein Herz. Es hat etwas gedauert bis er es schnallte, aber das Grinsen hätte breiter nicht sein können.

Erste Anschaffungen für das Baby

Und dann kann es auch schon los gehen. Was braucht der Nachwuchs, was nicht? Der süsse Body muss einfach mit, ein neuer Kinderwagen wäre auch nicht schlecht und wie werden wir schlafen? Fragen, die auch beim dritten Baby aufkommen. Doch dieses Mal machte sich ein Grundgedanke breit: genießen.

Schwanger mit dem dritten Kind

Ich wollte diese Schwangerschaft entspannt genießen, mich nicht verrückt machen lassen, nicht jedes Ziehen und Zucken hinterfragen. Und doch kam leider alles anders. Anfangs hatte ich oft Blutungen, suchte panisch die Notaufnahme auf. Dann diagnostizierte die Ärztin einen verkürzten Gebärmutterhals und das war es dann mit arbeiten, Kinder bespaßen und Alltag. Beine zusammen kneifen, hoch legen und lernen abzugeben, um Hilfe zu fragen.

Ich gehöre zu den Menschen, die lieber alles alleine machen. Es erst einmal probieren bevor man gleich andere um Unterstützung bittet. Aber der Ernst der Lage ließ mich umdenken, ließ mich lernen. Und doch war ich wieder weit davon entfernt, zu genießen.

CTG in der Schwangerschaft, 41. Schwangerschaftswoche
Selten so viel gelesen wie im Moment bei den nicht enden wollenden Ctgs

Bosse wurde kein Frühchen, jede Woche bangten wir und freuten uns, als wir die 36. Schwangerschaftswoche erreichten. Inzwischen bin ich in der 41. angekommen und was soll ich sagen, schon wieder kann ich nicht genießen. Der dicke Bauch lässt mich schwer schlafen, gehen, sitzen, liegen. Ich bin so neugierig, ich möchte Bosse so gerne kennenlernen und im Arm halten.

Schwangerschaftsdiabetis

Klar kann ich seit der 36. Schwangerschaftswoche mehr genießen, bin entspannter. Aber immer wieder kamen Diagnosen, die mich verunsicherten. Eine leichte Schwangerschaftsdiabetis, zu viel Fruchtwasser, das Kind ist zu groß, zu schwer.

Die Schwangerschaft hat mir einiges abverlangt, macht sie ehrlich gesagt immer noch. Ich glaube, ich brauche meinen gesunden Bosse im Arm, bis ich den erleichternden Atemstoß machen kann, bis mein Lächeln kommt und zu bleiben droht: vor Glück, vor Gewissheit und weil das Warten ein Ende hat. Denn eigentlich geht es ja nur darum zu wissen, dass alles gut ist.

Eure Jette



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