hier wird gemotzt und gel(i)ebt

Countdown: Noch 10 Tage bis zum Et

Countdown: Noch 10 Tage bis zum Et

Immer wieder wird in den Medien darüber gesprochen, wie wenig oder selten Männer ihre Vaterrolle wahrnehmen. Trotz Elterngeld nehmen nur wenige Elternzeit und wenn überhaupt nur kurz. Zu kurz. Teilzeit arbeitet die Frau, diese bringt auch die Kinder in die Kita und holt sie ab, schmeißt den Haushalt – alleine natürlich. Zeit zu reflektieren, wie es bei uns aussieht.

Ich könnte jetzt eine lange Liste über Dinge schreiben, die der Beste kann: einkaufen, Wäsche wasche, saugen, Kinder bespaßen, sättigen und ins Bett bringen.

Aber darum geht es mir nicht. Ich finde, in der Diskussion über die Beteiligung des Mannes sollte es nicht um die Tage gehen, die er in Elternzeit verbringt. Es sollte auch nicht um die Stunden gehen, die er mit Einkaufen und Co verbringt.

Keine Elternezeit

Der Beste zum Beispiel hat nie Elternzeit genommen, wird er auch dieses Mal nicht. Und trotzdem ist er ein toller Papa, denn er bringt die Kinder jeden Morgen zur Kita. Er versucht sie so oft wie möglich von der Kita abzuholen. Mal klappt es zwei Mal die Woche, mal drei Mal, mal gar nicht. An den Wochenenden unternimmt er zum Ausgleich gerne mal was alleine mit ihnen. Warum? Weil er es so will. Unabhängig von offizieller Elternzeit oder den Kitaschließzeiten.

Während dieser Schwangerschaft musste ich wochenlang Bettruhe halten. Der Beste hat die Kinder also nicht nur zur Kita gebracht, sondern sie auch jeden Tag abgeholt. Mal kamen sie direkt nach hause und ist dann wieder ins Büro gefahren, mal hat er die Kinder mitgenommen oder hat sich den Nachmittag frei genommen und mit den Kindern etwas unternommen.

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Was ich aber am meisten an ihm schätze, was man nicht wie Wäschewaschen lernen kann, er sieht mich. Er hört mir zu. Er merkt, wenn ich erschöpft bin, wenn es mir nicht gut geht. Er  nimmt mir die Kinder ab, wenn meine Geduld am Ende ist. Er kümmert sich um das Abendbrot, wenn er merkt, dass Kochen gerade nicht auf meiner Prioritätsliste ganz oben steht.

Der Beste ermöglicht mir Auszeiten. Mal indem er mich alleine zu hause lässt, mal überrascht er mich mit einer Tageskarte für den Spa-Bereich. Er schenkt mir Blumen oder fährt einen Umweg um mir das leckere alkoholfreie Radler zu kaufen, welches es nur in einem bestimmten Kiosk gibt. Er findet aufbauende Worte, wenn ich sie brauche. Nimmt mich in den Arm, wenn ich denke, meine Grenze erreicht zu haben. Er bringt mich zum Lachen, wenn ich aus dem Meckern nicht mehr rauskomme.

Das alles macht er unabhängig von Elternzeit, festen Nachmittagen mit den Kindern und dafür liebe und schätze ich ihn. Denn es geht nicht um Quantität, sonder um Qualität. Es geht (mir) darum, dass der Partner einen und die Probleme sieht. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann. Auf ihn.

Wie läuft es bei euch in der Familie/Partnerschaft? Bevorzugt ihr eine feste Rollenverteilung oder handhabt ihr auch eher das Prinzip „Jeder-hilft-wo-Hilfe-gebraucht-wird“?

Neugierige Grüße, Eure Jette!

 



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