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Ja, ich stille. Und zwar gerne.

Ja, ich stille. Und zwar gerne.

Freddie ist 15 Monate alt und ich stille ihn. Viele würden das Wörtchen „noch“ anfügen. Oder gar die Frage „Noch immer?“ stellen, gerne mit hoch gezogenen Augenbrauen.

Ja, ich stille immer noch und nach Bedarf und gerne. Das war nicht geplant. Es hat sich so entwickelt.

Natürlich gibt es Momente, in denen ich genervt bin. Vom Stillen, der Abhängigkeit. Gerne zu stillen und trotzdem genervt zu sein, schließt sich aber nicht aus. Zudem es Momente sind, kein dauerhafter Zustand.

Blicke ich zurück, erinnere ich mich an viele Situationen, in denen mir das Stillen geholfen hat. Gerade als zweifache Mutter. Wie auch Melina verweigert Freddie den Schnuller. Das Stillen half und hilft noch immer, wenn er unruhig oder traurig ist oder er Nähe sucht.

Vorteil vom Stillen

So konnte ich mit Melina nebenbei Bücher lesen, puzzeln, malen oder auf dem Spielplatz aktiv sind – denn auch in der Manduca lässt es sich gut stillen.

Und obwohl Freddie und ich die Stillbeziehung im gegenseitigen Einverständnis führen, muss ich sie immer wieder, gerade gehäuft, rechtfertigen.

Das führt mich zu meiner Gegenfrage: WARUM? Warum, liebe Kritiker, darf ich die Bedürfnisse meines Kindes nicht stillen? Jedes Elternteil findet seinen Weg: Kuscheltücher, Schnuller, Flasche oder Plüschtiere. Oder eben díe Brust.

Liebe Kritiker, würdet ihr eurem 15 Monate altem Kind das Kuscheltier wegnehmen? Nein? Genau. NEIN! Denn es gibt ja auch keinen Grund dafür. Kinder suchen Sicherheit, brauchen Nähe. Jeder findet seinen Weg. Bitte akzeptiert unseren.



0 thoughts on “Ja, ich stille. Und zwar gerne.”

  • Huhu, liebe Motzmama!
    Schön ge- und beschrieben…habe meine Tochter bis zum Ende des 13. Monats gestillt und mir bis dahin auch immer wieder die „Noch-Immer?“-Frage anhören dürfen, selbst von meiner Frauenärztin! Aber meine Tochter verweigerte eben auch von Anfang an Schnuller oder Flaschen…und da war ich schon froh, dass das Stillen so reibungslos klappte und ich ihr so Nahrung, Nähe und Sicherheit geben konnte. Daher stillten wir eben auch (eher ungeplant) über die üblichen sechs Monate hinaus…so lange halt, wie sie es brauchte bzw. es für mich okay war. Mit dem beruflichen Wiedereinstieg allerdings und einer nächtlichen Akkordstillerin (gern stündlich), kam ich dann jedoch sehr an meine Grenze. Das mir das Abstillen fast schwerer als meiner Tochter fiel, hätte ich absolut nicht erwartet und manchmal vermisse ich es schon, auch wenn ich mich ebenfalls noch sehr gut an diese zeitweilig empfundene Ambivalenz von gerne zu Stillen und Genervtheit erinnere…
    Liebste Grüße, Claudia

  • Toll!! Ich stille meinen vor kurzem 1 Jahr alt gewordenen Sohn auch noch immer. Ich dachte immer 1 Jahr wäre dann auch für mich genug. Aber irgendwie passt es noch immer. Also stille ich weiter. Weil es für uns beide passt.

    Wir stillen nur Abends bzw. Nachts und ich muss sagen ich bin überrascht dass hier von der Kinderärztin etc. alle ohne negative Einwände koexistieren können.
    Ich liebe es einfach. Es ist ja nicht nur für das Kind beruhigend sondern es holt mich auch immer runter vom Tag. Wenn ich dann noch nebenbei ganz zärtlich gestreichelt werde von meinen Sohn, bin ich mir sicher, dass ich das Richtige mache.

  • Richtig richtig richtig!
    Ich hab meinen großen Kleinen leider nur 16 Monate gestillt, dann war ich im 4. Monat schwanger und die Milch blieb einfach aus… Ich wollte ihn motivieren, die Produktion wieder anzukurbeln, aber da war er schon nicht mehr ambitioniert genug… Naja und dann hab ich mich entschieden es zu lassen weil das Anlegen und nix kam für uns beide einfach nur eine riesige Katastrophe war. Das Abstillen war es dann auch. Viele viele Tränen und Vorwürfe mache ich mir noch heute. Auch wenn es nix gab, was ich hätte tun können. Bis hin zum Brusternährungsset (mit 16 Monaten!) hab ich alles probiert. Und wie oft hab ich es seitdem bereut. Wie oft bei Fieber oder Krankheit oder als sein Bruder geboren wurde und er so eifersüchtig und traurig war, hab ich bereut, dass er die Brust nun nicht mehr nahm.
    Ich kann tatsächlich ehrlich gesagt kaum nachempfinden, wieso man sich mit dem abstillen so beeilt (auch wenn ich es nicht verurteile, muss ja jeder selber wissen). Ich hab’s dem
    Großen Angeboten als der kleine kam, da wollte er aber nicht mehr. Jetzt trinkt er morgens und tagsüber, wenn er total müde oder total traurig oder sonstwas ist, seine warme Mandelmilch aus der Pulle. Und ich bin echt jedes Mal traurig, dass er sich an so ne plastikflasche kuschelt, anstatt an mich…
    Deine Einstellung ist also auf jeden Fall die richtige denke ich. Abwarten wie lange es beiden Spaß macht, nicht nach Uhr oder Kalender abstillen und auf die Meinung der anderen einfach mal nen Haufen setzen 🙂

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