hier wird gemotzt und gel(i)ebt

Kein Glück, sondern Erziehung!

Foto(26)Nur noch wenige Tage und der Babysohn wird neun Wochen alt. Wie die erste Zeit zu viert war? Super! Melina liebt ihren kleinen Bruder. Kommt mit zum Wickeln, liest ihm vor während ich stille oder schnappt sich ihr Kuscheltier und macht uns nach. Sie erklärt Freddie ihre gemalten Bilder, legt sich mit ihm zusammen unter das Mobile und auch beim Kleinen ist zu sehen: Er findet sie toll.

Natürlich gibt es Situationen in denen beide quengeln oder gar weinen. Sie sind ja nur 2 Jahre und 8 Tage auseinander. Melina ist zwar große Schwester, aber immer noch klein. Aber man wächst mit den Aufgaben. Erklärt viel, greift zur Manduca oder zählt leise bis drei.

Beantworte ich die Fragen anderer Mütter höre ich dann oft, wir hätten Glück. Melina sei so ruhig und ein typisches Mädchen. Ich nicke dann meist, gehe nicht weiter drauf ein. Dabei bin ich ganz und gar nicht deren Meinung.

Warum Glück? Wieso nicht gute Erziehung? Wir haben früh mit Gute-Nacht-Geschichten angefangen. Lesen und blättern täglich. Gehen jeden Freitag mit ihr in die Buchhandlung. Der Beste und ich lesen selbst viel. Was hat das Geschlecht oder gar Glück damit zu tun, dass sie zu Büchern greift?

Melina kennt das Wort „warten“. Das hört sie zum Beispiel immer wenn wir aus der Wohnungstür gehen, denn sie soll die Treppe noch nicht alleine runter laufen. Sie hört es wenn ich unten merke, dass ich was in der Wohnung vergessen habe und noch mal hoch  muss. Oder ich mitten in einer Unterhaltung bin. Oder sie mit dem Roller Richtung Straße fährt. Wir sind konsequent. Es gibt Dinge, die müssen funktionieren. Nicht nur wegen Freddie, aber auch.

Glück haben wir nach Meinung vieler anderer auch, weil Melina noch nicht in der Trotzphase war. Wusstet ihr, dass es Länder gibt, in denen Kinder keine haben? Melina ist auch nicht eifersüchtig auf Freddie – welch Glück! NEIN.

Wir haben das erste Lebensjahr bedürfnisorientiert erzogen, praktizieren Familienbett, haben sehr lange gestillt und getragen. Vielleicht liegt es auch daran, dass sie so ein gutes Grundvertrauen in uns und sich hat.

Es werden sicherlich noch andere Zeiten auf unsere vierköpfige Familie zukommen. Das  muss und soll so sein. Geschwisterstreit gehört genauso wie Geschwisterliebe dazu. Aber auch das werden wir hinkriegen. Denn wir haben zwei gesunde Kinder, die wir über alles lieben. Das ist unser GLÜCK.



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