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Die zweite Kugelzeit – alles neu, alles besser?

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Dicke Kugel und Kleinkind. Da freut sich auch die Mama über die Rolltreppe

Ich wollte immer ein zweites Kind, auch um einmal die Schwangerschaft unaufgeregt und mit mehr Genuss erleben zu können. Doch warum sagt einem keiner, dass das in Kombination mit Kind und Beruf nahezu unmöglich ist?

Während der Kugelzeit  mit Püppi habe ich brav jeden Tag im Schwangerschaftsbuch gelesen, streberhaft sogar schon oft im Voraus. Und jetzt?

Jetzt erwache ich mit der Erkenntnis, dass schon wieder zwei Wochen um sind und ich in der Zeit nicht eine Seite gelesen habe. Zugegeben ich habe weniger bis gar keine Zeit mir über das Ziehen und die Beschwerden Gedanken zu machen. Das entspannt! Aber das bewusste Hand-auf-den-Bauch-legen kommt halt leider auch zu kurz.

Ist es das, wovor einen viele warnen? Das zweite Kind läuft so nebenbei. Beginnt es schon jetzt. Ohne das Freddie überhaupt auf der Welt ist? Ich hoffe nicht. Sorgen machen sich auch einige Mitmenschen. Jedoch über andere Dinge. Ich höre die Fragen und „Tipps“ jetzt schon:

–      Willst du wieder so lange stillen?

  • Wieso lange? Püppi hat sich mit 17 Monaten alleine abgestillt. Die WHO empfiehlt das Stillen in den ersten zwei Lebensjahren.

–      Aber das zweite Kind schläft doch nicht auch bei euch im Bett, oder?

  • Äh, doch! Wir genießen das Familienbett. Und sollte es dem Babysohn genauso gehen, darf er natürlich bei uns schlafen. Aber danke, dass du dir Gedanken um unsere Bedürfnisse machst.

–      Darf das Kind wieder keinen Schnuller kriegen?

  • Wieso dürfen? Püppi wollte keinen. Festkleben kommt für uns leider nicht infrage. Aber ich kann dir gerne Klebeband für dein Kind geben. Ach du hast gar kein Kind …

–      Gib dem Kind aber ja früher was Richtiges zu essen, ok?

  • Nein , nicht ok. Seit wann ist Muttermilch kein richtiges Essen und warum soll ich das entscheiden? Mein Kind wird mir schon signalisieren, wenn es soweit ist.

–      Aber trag das zweite nicht auch ständig und so lange.

  • Warum denn nicht? Püppi hat es bis zuletzt genossen, in der Manduca getragen zu werden. Wäre ich nicht schwanger, würde ich es wahrscheinlich noch immer tun. Wir genießen die körperliche Nähe und es ist auch sehr praktisch – beim Hausputz oder Einkaufen. Püppi hat ja trotzdem laufen gelernt. Welch Wunder!

Ja, die Liste ist nicht gerade kurz, aber die „gut gemeinten“ Tipps sind auch nicht gerade wenige. Was bei der zweiten Schwangerschaft definitiv anders ist, ist das gute Bauchgefühl, die Gewissheit, sich auf den Instinkt verlassen zu können. Vielleicht ist es das, was die zweite Schwangerschaft so viel einfach macht. Die Routine, gemischt mit der Gewissheit, dass alles schon gut werden wird. Auch für mein Defizit beim Lesen des Schwangerschaftsbuches habe ich Abhilfe gefunden. Ich habe mir die App Babycenter runtergeladen. Täglich tolle Hinweise, Tipps und Infos zur Entwicklung des kleinen Wunders. Wunderbar zum Lesen nebenbei und man hat sogar noch eine Hand für den Bauch frei, zum Genießen und Streicheln und einem kurzen „Hallo“ an den Babysohn.



0 thoughts on “Die zweite Kugelzeit – alles neu, alles besser?”

  • Oh diese „gutgemeinten Tipps“ und Gedanken der anderen. Wäre es nicht schön, wenn einfach jeder jeden so leben lassen würde, wie es für ihn/sie richtig ist? Solange niemand zu Schaden kommt versteht sich.

    Aber ich glaube eine zweite Schwangerschaft würde auch bei mir ein wenig nebenher laufen, obwohl ich nicht arbeite. Man hat immerhin schon ein Kind, das einen ganz schön in Beschlag nehmen kann 😉

  • Hab geschmunzelt. Die Fragen höre ich auch, etwas abgewandelt beim ersten Kind. Und die Antworten sind super. Danke. Genieß die Zeit so gut es geht.
    Liebe Grüße und danke für den interessanten Artikel.

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