hier wird gemotzt und gel(i)ebt

Überforderter Vater, ein antiautoritär erzogenes Kind und ich dazwischen

Es gibt Begegnungen, auf die ich gerne verzichte. Meine gefönten Haare und Regen zum Beispiel. Oder wenn meine Augen schlecht gekleidete Menschen ertragen müssen. ODER aber, wenn meine Püppi von einem Rotzlöffel (dies meine ich so beleidigend, wie ich es hier schreibe), auf dem Spielplatz angespuckt wird.Püppi und ich wollten im Park auf ein im Boden eingelassenes Trampolin. Da war ein cirka 3 Jahre alter Junge. Blond. Topfschnitt. Süß – auf den ersten Blick. Das Trampolin war groß genug. Doch beim Betreten spuckte er auf meine Kleine. Ich erschreckte mich. Machte es auch verbal deutlich. Bat ihn, aufzuhören. Doch er spuckte weiter. Schubste sie um, obwohl ich sie an der Hand hielt.
Respekt? Fehlanzeige!
Ich nahm ihn am Arm und  zog ihn zur Seite. „Was bist du für ein unerzogenes Kind?“ Seine Reaktion war ein mehrfaches Treten gegen das Schienbein meines Kindes. Ich nahm sie hoch, schaute mich suchend nach den Eltern um. Doch keiner schien zu gucken oder gar auf uns zuzukommen. Wir wichen dann erstmal auf ein anderes Trampolin aus, doch als der kleine Rotzlöffel (nun dürftet ihr den Ausdruck teilen) wenige Minuten später zu seinem Vater lief, überlegte ich kurz, ging dann aber doch mit meiner Kleinen hinterher.
Ich suchte das Gespräch. Ruhig. Wirklich. Ungefähr so lief das Gespräch:

Ich: „Entschuldigen Sie, Ihr Kind tritt und bespuckt adere Kinder.“
Vater: „Ja, ich weiß.“
Ich: „Sie wissen es und machen nichts?“
Vater: „Was soll ich denn machen?“
Ich: „Sich vielleicht dafür entschuldigen!“
Vater: „Warum sollte ich mich für meinen Sohn entschuldigen?!“
Ich: „Weil Sie für Ihr Kind verantwortlich sind?!!!“
Vater: „Nein, das bin ich nicht.“
Jetzt schaltete sich mein Freund ein, der bisher mit etwas Abstand zuhörte.
Freund: „Wie bitte?? Sie sind nicht für Ihr Kind verantwortlich? Wenn nicht Sie wer dann? Er bespuckt andere Kinder und ist aggressiv und Sie sitzen hier auf der Bank, obwohl Sie das wissen?!!“
Vater: „Ja, was soll ich machen? Mir eine Tonne suchen, ihn darein stecken und den Deckel drauf tun?“
Ich: „Nein, und darum hat auch keiner gebeten!“ (Jetzt war meine Stimme deutlich lauter und wir hatten schon einige Schaulustige angezogen.) „Aber wie wäre es mit einer Entschuldigung mit Ihrem Kind zusammen, damit er weiß, dass sich das nicht gehört?!“
Vater: „Wenn Sie ein Problem haben, gehen Sie doch woanders hin!“

Das war der Moment, in dem ich am liebsten ihn bespuckt hätte. Aber mit meiner Tochter auf dem Arm, dank meiner Erziehung und wegen des nötigen Respekts habe ich es nicht gemacht. Ich rief ihm noch Wörter wie „respektlos“ oder so entgegen, ging dann aber, Mit zitternden Knien, Unverständnis und der bestätigenden Erkenntnis, das Kinder Regeln brauchen. Ich gehöre nicht zu den strengsten Müttern und unser Kind hat weiß Gott nicht die besten Essmanieren, aber ich dulde keine Aggressivität seitens Püppi anderen Kindern gegenüber. Sie muss lernen, Frust zu ertragen. Konflikte zu lösen und Dinge zu teilen. Aber egal, wie viel ich ihr erzähle oder wie oft ich Püüpi ermahne. Die beste Erziehung ist das, was wir ihr vorleben: Ein liebevoller Umgang.



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